März 2016

Das Motiv des Kalenderblattes März wurde wie der Januar in Ávila, Spanien aufgenommen. Es zeigt in der Mitte einen Kaiseradler im Flug. Mit weit ausgebreiteten Flügeln segelt er im Wind, den Blick zum linken Bildrand gerichtet. Vom Hals abwärts bis zur Schwanzspitze trägt das Gefieder einen glänzenden, blauschwarzen Schimmer, das von hellen Streifen zwischen den einzelnen Federn und hellbraunen Zwischentönen am Rücken und Hals unterbrochen wird. Die Ansätze der Flügel und des Schwanzes sind von weißen Flecken bedeckt, die den Eindruck vermitteln, als würde Schnee auf dem Adler liegen. Der Hals selber ist leicht nach unten gebeugt, so dass der Greifvogel mit seinen runden Augen alles vor und unter ihm einfangen kann. Der ovale Kopf mündet in einem kräftigen, gelb-grauen Hakenschnabel.
 
Hinter dem Adler fliegt ein schwarzer Raabe. Er hat etwa ein Drittel der Körpergröße des Adlers und wirkt dennoch so, als wolle er Letzteren von oben angreifen. Die Flügel ausgebreitet, die Beine vorgestreckt und die Füße waagerecht aufgestellt, reißt er seinen spitzen Schnabel weit auf und fliegt auf den Adler zu. In seiner Flughaltung stellt der kleine Raabe einen Kontrast zum ruhigen und elegant wirkenden Adler dar, der von dem Geschehen hinter sich scheinbar nichts bemerkt und weiter konzentriert nach vorne fliegt.

Der Rest des Bildes lässt durch die einheitliche grün und braune Fläche nicht erahnen, was sich hinter den Vögeln verbirgt und deutet lediglich darauf hin, dass es in einer ländlichen Gegend aufgenommen wurde.

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Anmerkung des Fotografen:

Der Spanische Kaiseradler ist eine endemische Vogelart, d.h. er kommt nur in einer Region vor - in dem Fall in Spanien. Besonderes Merkmal dieser Adlerart sind die weißen Flecken an der Flügelvorderseite. Daran kann man ihn sehr gut von anderen Adlern unterscheiden. Er ist wie alle Greifvögel sehr scheu. Für den Fotografen bedeutet das, dass er möglichst vor Sonnaufgang im Versteck sein muss und es erst verlassen darf, wenn die Sonne untergeht. Ein langer Ansitz, der sich aber gelohnt hat.

Februar 2016

Der Februar zeigt einen Vielfraß, aufgenommen in Lentiira (Finnland). Das Bild wirkt als sei es an einem regnerischen aber dennoch sonnigen Frühlingstag entstanden. Der Vielfraß ist von der Seite abgebildet, den Blick zum linken Bildrand gerichtet. Er rennt über eine grüne Wiese, die vom Regenfall durchnässt ist. Mit seinen großen Tatzen spritzt er dabei das Wasser des feuchten Untergrundes umher. Durch die Bewegung des Vielfraßes erhält das Bild seine Dynamik, wobei die einzelnen Elemente dennoch scharf abgebildet sind. So sind im Vordergrund die einzelnen, von Regentropfen bedeckten, Grashalme erkennbar. Im Hintergrund bildet sich eine einheitliche grüne Wiesenlandschaft.

Der Vielfraß ist eine Raubtierart aus der Familie der Marder. Vielfraße sind allerdings wesentlich größer und kräftiger. Sie können bis zu einem Meter lang werden und wiegen zwischen 20 bis 30 kg. Die massiven Gliedmaßen, der stampfende, vierbeinige Gang und das lange, dichte Fell lassen den Vielfraß eher wie einen kleinen Bären aussehen - mit großen, beharrten Tatzen, die zwischen den Grashalmen hervorblitzen und stämmigen Beinen, die fast zu breit wirken für den Rumpf des Vielfraßes. Der Kopf erscheint wie eine Mischung aus einem Marder und einem Bären. Die dunklen Knopfaugen, die kleinen, runden Ohren und die große Schnauze mit den kräftigen Zähnen sehen denen eines Bären sehr ähnlich, nur verläuft der Kopf weniger rund, sondern spitzt sich, wie bei einem Marder, zur Schnauze hin etwas zu. Das Fell des Vielfraßes ist vom Regen durchnässt.  Es hat eine dunkelbraune Färbung und die für Vielfraße charakteristisch hellbraunen Zwischentöne, die sich vom Kopf über die Seite des Rumpfes bis zur Schwanzwurzel ziehen.

Monatsblätter_2


Anmerkung des Fotografen:

Der Vielfraß gehört zu den Europäischen Big 5. Er ist vor allem in Skandinavien, Sibirien, Alaska und Kanada anzutreffen. Für den Tierfotografen ist der Vielfraß eine ganz besondere Herausforderung. Er ist extrem heimlich. Es wird also kaum passieren, dass ein Wanderer einem Vielfraß begegnet. Stundenlanges Warten im Versteck ist notwendig, um diese faszinierenden Tiere vor die Kamera zu bekommen. Dieses Bild wurde mitten in der Nacht gemacht. Möglich wird das durch die Mittsommernacht in Skandinavien – es wird um den 23. Juni herum praktisch nicht dunkel. Das Bild entstand in einer Sumpflandschaft, wo Bären und Vielfraße zu Hause sind.

Januar 2016

Der Monat Januar besteht aus einer Großaufnahme eines Steinadlers, aufgenommen in Ávila (Spanien). Der Adler bedeckt fast die ganze linke Hälfte des Bildes und ist freigestellt vom Hintergrund. Letzterer ist bewusst verschwommen gehalten (in der Fachsprache bokeh genannt), wodurch sich eine einheitliche olivgrüne bis braune Fläche ergibt, in der keine Details zu erkennen sind. Der stechend scharf abgebildete Steinadler wird so zum Hauptmotiv und gleichsam einzigen Blickpunkt des Bildes.

Der Steinadler steht beinahe thronend auf einer grauen Felsspitze, welche gerade noch in den unteren linken Bildrand ragt. Die Beine stehen gerade und halten den starken Körper. Seine langen schwarzen Krallen stechen sich in den festen Untergrund. Der Brustkorb ist zur Kamera gewandt, wobei er seinen Blick, vom Betrachter aus, nach rechts wendet. Es ist nicht erkennbar, was der Adler mit seinen runden braunen Augen anvisiert, da das Objekt außerhalb des Bildbereiches liegt. Die Flügel des Greifvogels sind angelegt, wobei der rechte nur in seinen Ansätzen, der linke Flügel hingegen in all seinen Konturen abgebildet ist. Die Qualität des Fotos lässt dabei jede einzelne Feder erkennen und reflektiert das auftreffende Sonnenlicht, so dass die hellbraunen Federn des Flügels und Halses, im Gegensatz zu dem dunkelbraunen Brustkorb, hell erleuchten. Auffallende farbliche Kontraste entstehen durch die gelben Füße des Adlers und einem schmalen gelben Streifen in dem sonst blaugrauen Schnabel. Dieser umschließt den gesamten Kopf, wobei der Oberschnabel länger ist als der Unterschnabel und in einer nach unten gebogen Spitze endet. Die scharfen Krallen, der große, kräftige Hakenschnabel und der konzentrierte aufrechte Stand, lassen den Adler anmutig wirken und geben dem Bild eine fast schon bedrohliche Atmosphäre.

 

Anmerkung des Fotografen:
Greifvögel zu fotografieren ist immer eine besondere Herausforderung. Die Tiere können extrem gut sehen und nehmen die kleinste Bewegung schon auf eine Entfernung von mehreren Kilometern wahr. Der Steinadler gehört in Europa sicherlich zu den beeindruckendsten Greifvögeln. Leider gibt es ihn in Deutschland nur noch vereinzelt im Alpenraum. Sehr gute Bedingungen für die Steinadlerfotografie in Europa findet man in Spanien vor. Wichtig dabei sind ein gutes Versteck und viel Geduld des Fotografen. Mit etwas Futter wird der Adler in die Nähe des Verstecks gelockt. Nun gilt es, als Fotograf besonders vorsichtig zu sein. Schon die geringste Bewegung des Objektivs würde den Steinadler verjagen.
Weitere Infos zu dieser Vogelart finden Sie z.B. hier.