Im Anschluss an eine erfolgreiche Assessmentmaßnahme folgt in der Regel ein Vorbereitungslehrgang. Dieser gehört formal nicht zu der Fachausbildung, sondern ist als Heranführung an die jeweilige Hauptmaßnahme zu verstehen. Die Vorbereitungslehrgänge verfolgen dabei zwei Ziele. Zum einen vermitteln sie wesentliche Kenntnisse im Umgang mit den benötigten Hilfsmitteln. Zum anderen erhöhen sie die Sach-, Lern- und Sozialkompetenzen.

Die Geschäftsstelle Berlin bietet, unter Beachtung der jeweiligen Sehschädigung, dem angestrebten Rehabilitationsziel und den individuellen Leistungsvoraussetzungen, verschiedene Vorbereitungslehrgänge an. Der sechsmonatige Rehabilitationsvorbereitungslehrgang (RVL) vermittelt Kenntnisse der Sehbehindertentechnik. Das sind vorrangig Vergrößerungssoftware, Lesegeräte, Lupen sowie Licht- und Kontrastgestaltung. Die zwölfmonatige blindentechnische Grundrehabilitation (G) vermittelt Kenntnisse in der Brailleschrift sowie der blindentechnischen Bedienung des Computers mittels einer Braillezeile und eines Screenreaders. Das Ziel ist es, auf Grundlage dieser Fähigkeiten, belastungsarme Arbeitsmethoden zu entwickeln, die für eine gesundheitsgerechte Berufsausübung notwendig sind.

Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer liegt die Schulzeit bereits einige Jahre zurück und Inhalte, die im bisherigen Berufsalltag nicht benötigt wurden, sind längst vergessen. Die Vorbereitungslehrgänge beheben eventuelle Wissenslücken und vermitteln Fachinhalte, die sich berufsbezogen an den Umschulungsberufen orientieren. Dazu gehören Grundlagen in Deutsch, Mathematik, Datenverarbeitung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Gemeinsam mit der Vermittlung verschiedener Lerntechniken, dem Unterricht in Gesundheitskompetenz, der Schulung in Lebenspraktischen Fertigkeiten sowie einem eventuellen Orientierungs- und Mobilitätstraining erhalten Sie eine umfassende fachliche, soziale und persönliche Vorbereitung auf die Umschulung.

Nahaufnahme einer Großschriftastatur mit gelber Schrift

Rehabilitationsvorbereitungslehrgang

Der Rehabilitationsvorbereitungslehrgang (RVL) dient der systematischen Heranführung an eine Umschulung. Die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden werden befähigt, Lücken in vorausgesetzten Kulturtechniken zu schließen und systematisch an einen Lernprozess herangeführt. Fach-, Lern- und Sozialkompetenzen werden gefördert. Eine Abklärung der individuell benötigten optischen/elektronischen Hilfsmittel bietet die Grundlage für deren Bereitstellung und für die Kompensation von Visuseinschränkungen.

Blindentechnischer Arbeitsplatz mit Braillezeile

Blindentechnische Grundrehabilitation

Die Grundrehabilitation bereitet die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, die zukünftig in ihrer beruflichen Tätigkeit auf die Anwendung der Punktschrift angewiesen sind, auf die vorgesehene Umschulung speziell vor. Darüber hinaus soll sie die Orientierung und Mobilität sowie lebenspraktische Fertigkeiten unter dem Gesichtspunkt des beruflichen Neubeginns schulen.