Vor dem Beginn der jeweiligen Qualifizierung findet eine Maßnahme im RehaAssessment des Berufsförderungswerkes statt. RehaAssessment ist ein von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke entwickeltes, bundesweit nach einheitlichem Standard angebotenes Beurteilungssystem auf modularer Basis.

Es dient der Einschätzung des Leistungsvermögens des Teilnehmenden, dessen Interessen und der Auseinandersetzung mit den einzelnen Berufsanforderungen. In Zusammenarbeit mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und einem interdisziplinären Team aus Low-Vision-Experten, Psychologen, Pädagogen und Hilfsmittelexperten werden folgende Fragen geklärt: Ist der oder die Teilnehmende unter Berücksichtigung seiner gesundheitlichen Situation geeignet für die Maßnahme und ausreichend belastbar? Welche Hilfsmittel werden benötigt? Entsprechen die Interessen und die physischen, psychischen und kognitiven Voraussetzungen den Anforderungen der Berufsbilder bzw. eines konkreten Arbeitsplatzes?

Das Ziel ist es, einen individuellen Rehabilitationsplan zu entwickeln, welcher die empfohlenen Qualifizierungsmaßnahmen aufzeigt und gleichzeitig die Stärken, Schwächen und Interessen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer berücksichtigt.

Nahansicht einer Kamera

Eignungsabklärung & Arbeitserprobung

Ziel einer Eignungsabklärung und Arbeitserprobung (EA/AP) ist die Abklärung der Eignung und Neigung sowie Entwicklung beruflicher Perspektiven für Menschen, die aufgrund eines visuellen Defizits ihren Ursprungsberuf nicht mehr ausüben können und sich eine berufliche Neuorientierung als notwendig erweist.

Glaskasten mit Korrektionsgläsern

Berufsbezogene Sehhilfenerprobung

Eine Berufsbezogene Sehhilfenerprobung (BSE) kommt in Frage, wenn ein konkreter Arbeitsplatz vorliegt und das Ausmaß sowie die funktionellen Auswirkungen der Sehbeeinträchtigung ausreichend diagnostiziert worden sind. Durch eine Hilfsmittel-/Technikberatung und Erprobung werden Empfehlungen gegeben, welche konkreten Hilfsmittel für einen vorhandenen oder angestrebten Arbeitsplatz notwendig sind, um das visuelle Defizit weitestgehend zu kompensieren.

Messbrille auf einem Glaskasten mit Korrektionsgläsern liegend

Funktionelle Belastungserprobung

Ziel einer Funktionellen Belastungserprobung (FBE) ist die Erstellung eines aktuellen visuellen Leistungs- und Belastungsprofils. Es können Aussagen über die mögliche Dauer der Arbeitstätigkeit, über die notwendigen Hilfsmittel zur Kompensation des visuellen Defizits und über die konkrete Arbeitsgestaltung gemacht werden. Möglich ist auch eine Einschätzung der aktuellen Bildschirmtauglichkeit nach G 37 und der möglichen zeitlichen Dauer von Bildschirmarbeit.