Bildbeschreibungen der Kalenderblätter

Viele Partner des BFW Halle kennen inzwischen unseren alljährlichen Monatskalender mit wildlife Naturbildern. Neben den großflächigen Tierbildern, zeigt jedes Kalenderblatt das Motiv zusätzlich aus der Sicht einer speziellen Sehbeeinträchtigung.

Um auch blinden Menschen den Bildinhalt zugänglich zu machen, werden wir die jeweiligen Motive inklusive einer Bildbeschreibung und Anmerkungen des Fotografen veröffentlichen. Zukünftig finden Sie hier jeden Monat eine neue Bildbeschreibung, die auch für sehende Gäste einige spannende Details beinhalten.

Dezember 2018

Auf dem Kalenderblatt vom Dezember 2018 präsentiert sich ein Graureiher (Ardea cinerea), der  vom Betrachter aus den Blick zur rechten Bildseite richtet. Er steht auf einem seiner langen schwarz gemusterten Beine inmitten einer Schneelandschaft, die zum oberen Bildrand hin in verwischte gräuliche Töne übergeht. Der lange gelblich-bräunliche Schnabel des Reihers ist dolchartig geformt. Auf seinem Kopf trägt er schwarze  Schopffedern, die zu einem Federbüschel  geformt sind. Stirn und Oberkopf zeigen sich in einem weißen Farbton, der Hals in einem Grauweiß mit einer schwarz-weißen Fleckenreihe. Der Brustbereich hat  lange Konturfedern, auch Puderfedern genannt.  Der teilweise zu erkennende Rücken zeigt sich in einem aschgrau mit weißen Bändern. Man scheint jede einzelne seiner silbergrauen Federn des  Flügels zu erkennen.

Kalenderblatt Dezember 2018 - Graureiher

Anmerkungen des Fotografen:

Graureiher sind im Sommer sehr wachsam und scheu. Im Winter herrscht aber meist eine gewisse Hungersnot. Das kann man sich als Fotograf zunutze machen indem man etwas Fisch auf dem Eis auslegt und dem großen Vogel damit noch etwas Gutes tut. Er dankt es, indem er solche Fotos zulässt. Das Besondere an dem Bild ist die sehr tiefe Kameraperspektive. Ich lag dafür mehrere Stunden flach auf dem Bauch auf einem zugefrorenen See.

November 2018

Das Kalenderblatt vom November 2018 zeigt einen Moschusochsen (Ovibos moschatus) inmitten einer Graslandschaft, der mit seiner stämmigen Gestalt fast das gesamte Bild einnimmt. Er scheint mit seinen großen Pupillen den Betrachter direkt anzuschauen. An seinem mächtigen Kopf  befinden sich in Höhe der Augen kräftig ausgebildete Hörner mit nach oben gebogenen Spitzen. Auffällig ist der ausgeprägte  Buckel über der Schulter. Sein langes, dichtes Fell schimmert im Licht in schwarzbraunen Farbnuancen.

Kalenderblatt November 2018 - Moschusochsen

Anmerkungen des Fotografen:

Viele Menschen glauben, dass es besonders gefährlich sei einen Bären zu fotografieren, dabei gehören die Moschusochsen zu den wirklich gefährlichen Motiven in Europa. Einige von ihnen leben in ausgedehnten Fjellgebieten in Norwegen. Da kann es schon einmal einen Tagesmarsch mit kompletter Fotoausrüstung bedeuten, um eine kleine Gruppe von ihnen vor die Linse zu bekommen. Eigentlich sollte man sich nicht unter 200m den wilden Tiere nähern – zu weit für wirklich gute Fotos. Mit etwas Erfahrung und Mut (andere nennen es Dummheit) kommt man aber durchaus in gute Fotoentfernung. Wichtig ist dabei, die Tiere genau zu beobachten und nicht zu verängstigen. Langsame Bewegungen in geduckter Körperhaltung sind da angebracht.

Oktober 2018

Auf dem Kalenderblatt vom Oktober 2018 ist ein Wiedehopf (Upupa epops) zu sehen, welcher gerade im Anflug auf einen sich quer durch das Bild ziehenden Ast ist. Dabei sind die gespreizten schwarz-weiß gebänderten Flügel  gut zu erkennen. Die Federn von Kopf, Hals, Brust und Bauch zeigen sich in einem rosabraunen Ton. Seine fächerartige hellbraune Federhaube endet in schwarzen Spitzen. In seinem dünnen, relativ lang wirkenden, nach unten gebogenen Schnabel trägt er ein raupenartiges Insekt zur Nahrung. Der Hintergrund des  teilweise von der Sonne durchfluteten  Bildes zeigt sich in verwischten Gelb- und Grüntönen bis hin zu einigen schwarzen Einschlüssen.

Kalenderblatt Oktober 2018 - Wiedehopf

Anmerkungen des Fotografen:

Einer meiner Lieblingsvögel – der Wiedehopf. Wenn man die Bruthöhle findet, ist die Fotografie aus dem Versteck heraus kein Problem. Wichtig ist, die Tiere nicht zu stören, denn sie füttern im Akkord ihre Jungen. Da wäre es fatal, wenn diese nur eines Fotos wegen leiden müssten. Hier sorge ich mit einem „Zwischenlandeplatz“ für eine kleine Hilfe für die Altvögel, die sie sehr gern annehmen. So entsteht eine Win-Win-Situation zwischen Fotografen und Vogel.

September 2018

Das Kalenderblatt vom September 2018 zeigt einen Feuersalamander (Salamandra salamandra), der auf einem dunklen, großen, mit Wasser benetzten Stein sitzt.  Man hat den Eindruck, der Salamander beobachtet sein Gegenüber mit seinen großen schwarzen „Glubschaugen“, die auf seinem breiten Kopf sitzen. Gut zu erkennen sind auch seine Vordergliedmaßen, mit denen er sich auf dem Stein abstützt. Seine auffällig schwarze, lackartig glänzende Haut ist durch große, leuchtend gelbe Flecken gekennzeichnet. Der Hintergrund des Bildes gestaltet sich in verschiedenen verwischten Grüntönen, die eine Wiese vermuten lassen.

Kalenderblatt September 2018 - Feuersalamander

Anmerkungen des Fotografen:

Um Feuersalamander zu fotografieren bedarf es guter Kenntnisse über das Verhalten der Tiere. Speziell ist es gut zu wissen, wann sie ihre Verstecke verlassen. Die Salamander sind zwar nicht so schnell wie eine Eidechse, grabbeln aber ständig herum und versuchen sich aus dem Bild zu stehlen. Als Fotograf liegt dann meisten flach auf dem Boden und versucht das Tierchen irgendwie im Sucher der Kamera zu platzieren, um ein gutes Bild zu schießen.

August 2018

Das Kalenderblatt vom August 2018 zeigt einen Eisvogel (Alcedo atthis). Er sitzt auf einem senkrecht bis zur Bildmitte ragenden Ast. Vom Betrachter aus schaut der kleine Vogel zur rechten Bildseite. Er senkt seinen im Vergleich zum Körper relativ großen Kopf mit den türkisfarbenen Federn und dem schwarzen langen, spitzen Schnabel nach unten. Wahrscheinlich hat er Beute im Visier, auf die er sich gleich stürzen will. Die Ohrdecken des  Eisvogels zeigen sich in einem Rostrot, die in scharf angrenzende weiße Halsseitenflecken und einen türkisen Bartstreif übergehen. Sein Körper ist klein und gedrungen. Die Flügeldecken und die sehr kurzen Schwanzfedern leuchten in einem Türkisblau. Die Federn am Bauch bis hin zur unteren Schwanzspitze sind rostrot. Aufgrund seines tropisch leuchtenden Gefieders wird der Eisvogel auch „fliegender Edelstein“ genannt. Der Hintergrund des Bildes gestaltet sich in einem zarten Lindgrün.

Kalenderblatt August 2018

Anmerkungen des Fotografen:

Es ist immer wieder eine Freude diese kleinen fliegenden Edelsteine vor die Linse zu bekommen. Wenn man ihren Ansitzast einmal aufgespürt hat sind die Chancen auf gute Bilder recht hoch. Natürlich bedarf es auch hier einer guten Tarnung, denn scheu sind sie schon die bunten Vögelchen.

Juli 2018

Das Motiv des Kalenderblattes vom Juli 2018 zeigt einen Wespenbussard (Pernis apivorus), welcher mit seinen nicht befiederten gelben Füßen und den langen schwarzen  Krallen auf einem leicht diagonal von der rechten zur linken Bildhälfte ragenden  Ast sitzt. Der Bussard schaut vom Betrachter aus zur linken Bildseite, sodass nur ein Auge mit der leuchtend gelben Iris zu erkennen ist.  In seinem schwarzen, leicht gekrümmten, relativ langen, schmalen Schnabel  hält er ein wabenförmiges Wespennest. Der Oberkopf des Bussards ist blau-grau gefärbt.  Das übrige Federkleid zeigt sich auf weißem Grund braun bis beigebraun quergebändert. Der Wespenbussard nimmt in seiner Größe fast das gesamte Kalenderblatt ein. Im Vordergrund des Bildes ragen einige Gräser empor. Der Hintergrund gestaltet sich in verschiedenen verwischten hellen Grüntönen.

Kalenderblatt Juli 2018

Anmerkungen des Fotografen:

Ein Zufallstreffer und für den Fotografen so selten wie ein 5er im Lotto. Der seltene Wespenbussard ganz nahe vor der Kamera und dann auch noch mit einer Wespenwabe im Schnabel. Viel besser kann man es nicht treffen. Ein Bild mit dem ich bei diesem Ansitz gar nicht gerechnet hätte- Eigentlich hatte ich Wiedehopffotos im Sinn.

Juni 2018

Das Kalenderblatt vom Juni 2018 zeigt einen Grünspecht (Picus viridis), der sich mit seinen bleigrauen Füßen und den gebogenen, spitzen Krallen an einem senkrecht durch die Bildmitte ragenden Dornenast festkrallt. Dabei schaut er fast ein bisschen ängstlich. An seinem Oberköpfchen sind rote, zerzauste Federchen, die von grauen Flecken durchsetzt sind, zu erkennen. Vom Betrachter aus schaut der junge Specht zur rechten Bildseite, sodass dadurch nur eines der bläulich-weißen Augen zu sehen ist, um welches sich eine kleine schwarze Gesichtsmaske zieht. Der Schnabel wirkt relativ lang und spitz. Die Federn im Brustbereich sind cremefarben, die Rückenpartie gelblich grün. Die Schwanzfedern lassen auf gräulichem Grund eine schwarze  Bänderung erkennen. Der Hintergrund des Bildes ist in warmen Grüntönen gehalten.

Kalenderblatt Juni 2018

Anmerkungen des Fotografen:

Es ist gar nicht leicht den Grünspecht an so eine Sitzwarte so nahe vor die Kamera zu locken. Hier hat es wunderbar funktioniert. Der Vogel saß vielleicht 10 Sekunden dort – Zeit genug eine ganze Bilderserie zu schießen. Besonders stolz bin ich auf dieses Bild, weil es in einem der größten Europäischen Fotowettbewerbe, den Glanzlichtern, einen Preis bekommen hat.

Mai 2018

Das Motiv des Kalenderblattes vom Mai 2018 zeigt einen Bienenfresser (Merops apiaster). Der durch seine Farbenpracht exotisch anmutende Vogel sitzt auf einem vom Betrachter aus diagonal von der rechten unteren bis fast zur Mitte der linken Bildhälfte verlaufenden Ast, an welchem viele gelb-braune Körner haften. Brust- und Bauchbereich des Bienenfressers sind türkisfarben. Der Kinnbereich ist gelb mit einer schmalen schwarzen Umrandung. Auch im Augenbereich findet sich ein schwarzer Streif. Die Federn am Oberkopf zeigen sich rostbraun. Er hat seinen spitzen, schwarzen Schnabel weit geöffnet, um eine Biene, die scheinbar direkt auf ihn zufliegt, zu fangen. Der Hintergrund des Bildes ist in einem Moosgrün gehalten.

Kalenderblatt Mai 2018

Anmerkungen des Fotografen:

Bienenfresser gibt es in Mitteldeutschland inzwischen relativ häufig. Insofern ist es nicht allzu schwer ihn zu fotografieren. Die besondere Herausforderung ist es, im richtigen Moment auszulösen – nämlich dann, wenn der Bienenfresser irgendeine möglichst spektakuläre Situation erzeugt. In dem Bild hier sind gleich zwei Dinge besonders: Er wirft das Insekt nach oben in die Luft, um es im Schnabel zu drehen und es ist nicht irgendein Insekt, es ist eine Hornisse! In vielen Jahren Bienenfresserfotografie und buchstäblich tausenden Bildern, habe ich das zum ersten Mal gesehen.

April 2018

Das Motiv des Kalenderblattes vom April 2018 zeigt zwei Blauracken bei der Paarung (Coracias garrulus). Das Vogelweibchen sitzt auf einem Ast, der sich quer durch den unteren Teil des Bildes zieht. In ihrem schwarzen gehakten Schnabel trägt sie ein Insekt. Auf ihrem Rücken mit den zimtfarbenen Federn sitzt das Vogelmännchen mit senkrecht nach oben gefächerten Flügeln, die sich in einer wunderschönen Farbenvielfalt aus türkis, violett und teilweise purpurn schimmernden Arm- und Handschwingen, von denen  jede einzelne Feder deutlich zu erkennen  ist, zeigen. Der Hintergrund des Bildes gestaltet sich in einem ockerfarbenen Ton.

Kalenderblatt April 2018

Anmerkungen des Fotografen:

Die Blauracke ist in Deutschland leider nicht mehr anzutreffen. Um sie zu fotografieren fährt man am besten in den Süden Europas. Dieses Paar wurde in Serbien aufgenommen. Das Versteck befand sich in etwa 5 m Höhe in unmittelbarer Nähe des Nistplatzes. Hier sind die schwierigen Lichtbedingungen die eigentliche Herausforderung für den Fotografen, denn viel Licht ist nicht immer gut. Das Foto entstand in den Morgenstunden – zwei Stunden später ist das Licht so hart, dass man als Fotograf getrost ein Mittagschläfchen machen kann.

März 2018

Das Kalenderblatt vom März 2018 zeigt einen Turmfalken (Falco tinnunculus), der gerade mit seiner Gefiederpflege beschäftigt ist. Das Turmfalkenweibchen, das man gut an seinen einheitlich rotbraunen und dunkel quergebänderten Federn sowie dem dunkelbraun gestrichelten Kopf erkennt, zieht im Moment der Aufnahme seinen vom Betrachter aus gesehenen linken Flügel zu sich heran und ordnet mit seinem gebogenen Schnabel die Federn. Der lange Schwanz zeigt ebenfalls Querstreifen mit einer dunklen Endbinde. Der Turmfalke sitzt auf einem diagonal durch das Kalenderblatt verlaufenden Ast, welcher teilweise von der Sonne durchflutet wird. Der Hintergrund des Bildes ist in einem warmen Grünton gehalten.

Kalenderblatt März 2018

Anmerkungen des Fotografen:

Der Turmfalke ist einer unserer kleinsten Falken. Meist sieht man ihn im sogenannten Rüttelflug über dem Boden schwebend. Um ihn so entspannt bei der Gefiederpflege aus der Nähe zu fotografieren bedarf es einer sehr guten Tarnung und i.d.R. langer Ansitzzeiten.

Februar 2018

Das Motiv des Kalenderblattes vom Februar 2018 zeigt eine Wasseramsel (Cinclus cinclus), welche mitten in einem fließenden Gewässer auf einem Felsgestein sitzt. Ihr Blick richtet sich vom Betrachter aus zur linken Bildhälfte. Der kugelige Vogel mit seinen kurzen Schwanzfedern hat einen mittelbraunen Kopf und Nacken. Die Oberseite ist gräulich, die Federsäume zeigen eine dunkelbraune Färbung und erinnern so an kleine Fischschuppen. Das Gefieder von Kehle, Hals und Brust ist weiß. Der Bauch hingegen grau-braun. Der spitze Schnabel sowie die kräftigen Beine und Zehen sind leicht schwarz getönt. Die Iris ist dunkelbraun. Der Hintergrund des Bildes stellt sich in verwischten taubenblauen bis hin zu unterschiedlichsten Brauntönen dar.

Kalenderblatt Februar 2018 - Wasseramsel

Anmerkungen des Fotografen:

Die Wasseramsel ist schon ein ganz besonderer Vogel. Obwohl sie eigentlich ein Singvogel ist springt sie mutig ins tosende Wasser, um am Boden nach Insekten zu suchen. Danach verharrt sie meistens kurz auf einem Stein – die Gelegenheit für den Fotografen. Auf welchem der meist vielen Steinen sie aber zur Ruhe kommt weiß man vorher nicht. Es gehört also immer etwas Glück und viel Ausdauer dazu, den Vogel möglichst nahe vor die Linse zu bekommen. Zu sehen ist die Wasseramsel in Gebirgsflüssen in ganz Europa.

Januar 2018

Der Kalender für das Jahr 2018 ist im Hochformat gestaltet. Der Monat Januar zeigt einen Seeadler (Haliaeetus albicilla), einen der größten Greifvögel in Mitteleuropa. Der majestätisch anmutende Vogel streckt seine riesigen Schwingen, die sich in verschiedenen Facetten, von hellen bis dunklen Brauntönen bis hin zu einem Weiß zeigen, senkrecht nach oben. Seitlich und am Ende der Flügel befinden sich lange dunkelbraune, gespreizte Federn, die wie Finger wirken. Der Körper des Seeadlers ist kräftig, so auch sein gelber hakenförmiger Schnabel. Seine stechenden Augen haben eine gelbe Iris. Er steht mit seinen kräftigen, gefiederten Beinen in einem fließenden Gewässer. Man hat den Eindruck, dass er gerade zum Flug abheben möchte. Der verwischte Hintergrund des Bildes lässt bei genauerer Betrachtung eine Graslandschaft und einen Teil des Himmels erkennen.

 Kalenderblatt Januar 2018 - Seeadler

Anmerkungen des Fotografen:

Einen Seeadler aus der Nähe zu fotografieren gehört zu den anspruchsvolleren Projekten in der Wildlife-Tierfotografie. Die imposanten Tiere nehmen die kleinsten Bewegungen schon aus großer Distanz wahr. Am besten lockt man sie mit etwas Futter an, um sie direkt vor das Versteck zu bringen. Am Anfang sind die Seeadler sehr ängstlich und wachsam. Oft beobachten sie das ausgelegte Futter über Stunden aus sicherer Entfernung. Wenn sie dann Mut gefasst haben, fliegen sie die Futterstelle an. Legt man als Fotograf jetzt sofort los, würde das Auslösegeräusch der Kamera die Vögel ganz schnell verscheuchen. Erst wenn sie angefangen haben zu fressen fühlen sich die Vögel so sicher, dass das Kamerageräusch keine Störung mehr darstellt. Das Bild zeigt einen recht alten, sehr großen Seeadler. Der Kamerastandpunkt ist tief gewählt – praktisch auf Augenhöhe. Die Entfernung betrug etwa 30m.

Dezember 2017

Das Bild des Kalenderblattes vom Dezember 2017 entstand in Sachsen-Anhalt. Es zeigt eine Bartmeise (Panurus biarmicus), welche vom Betrachter aus die linke Bildhälfte ausfüllt. Der kleine, exotisch anmutende Vogel sitzt mit ausgebreiteten Flügeln und breit gefächertem Schwanz auf einem Strohbüschel. Die Färbung der kurzen, an der Spitze abgerundeten Flügel reicht über ein Rotbraun bis hin zu einem Schwarz-Weiß. Der Kopf und der Nacken sind blaugrau. Von den gelb-braunen Augen abwärts zieht sich ein breiter schwarzer Bartstreifen. Die Kehle ist weiß. Auffallend ist auch der kleine spitz zulaufende, strohgelbe Schnabel. Der Hintergrund des Bildes zeigt sich in warmen Sandtönen.

Kalenderblatt Dezember 2017 - Bartmeise

Anmerkung des Fotografen:

Bartmeisen ziehen im Winter in Schwärmen durch Schilfgebiete. Hat man einmal einen Schwarm gefunden, beginnt für den Fotografen ein Geduldsspiel. Die kleinen Vögel sind ständig in Bewegung und sitzen ganz selten frei. Meist werden sie durch Schilfhalme im Vordergrund verdeckt. Ein Fotoshooting mit irre hoher Ausschussquote. Ein Bild wie dieses entschädigt dann für die Mühen.

November 2017

Das Motiv des Kalenderblattes vom November 2017 wurde in den Alpen aufgenommen. Es zeigt einen Alpensteinbock (Capra ibex). Er liegt vom Betrachter aus mittig mit nach links schweifendem Blick gemütlich auf einer Blumenwiese, sodass seine kräftige Gestalt nur bis zum Oberkörper erkennbar ist. Das imposante Gehörn ist säbelartig nach hinten gebogen und besitzt im oberen Bereich kräftige Wülste. Sein dichtes Fell wirkt goldbraun mit leichten weißen Einschlüssen. Kennzeichnend für ihn ist auch der kleine Ziegenbart. Der gesamte Hintergrund des Bildes stellt in einer Unschärfe die teilweise von Schnee bedeckten Alpen dar.

Kalenderblatt November 2017 - Alpensteinbock

Anmerkung des Fotografen:

Ehemals fast ausgestorben hat sich die Alpensteinbockpopulation in den letzten Jahrzehnten gut erholt. Heute kann man die imposanten Tiere an verschiedenen Stellen in den Alpen sehen. Dabei sind sie oft gar nicht so scheu und lassen sich gut fotografieren. Der Bock auf dem Bild war der größte den ich bislang vor der Linse hatte.

Oktober 2017

Auf dem Kalenderblatt vom Oktober 2017, welches in Sachsen-Anhalt aufgenommen wurde, ist ein Grünspecht (Picus viridis) zu sehen. Der kleine Specht mit noch zerzaustem Federkleid sitzt vom Betrachter aus auf einem gegabelten, knorrigen Ast der linken Bildhälfte. Er schaut verwundert auf eines seiner ausgefallenen Federchen, das sich in der Astgabel verfangen hat. An seinem Oberköpfchen erkennt man kleine rote Federn, die noch von grauen Flecken durchsetzt sind. Um die Augen herum zeigt sich eine kleine schwarze Gesichtsmaske. Der  Schnabel wirkt relativ lang und spitz. Die Federn im Brustbereich sind cremefarben, die Rückenpartie gelblich grün. Die Schwanzfedern lassen auf gräulichem Grund eine schwarze  Bänderung erkennen. Der Hintergrund des Bildes ist in warmen Grüntönen gehalten.

Kalenderblatt Oktober 2017 - Grünspecht

Anmerkung des Fotografen:

Mein Versteck bei den Bienenfressern entpuppte sich als wahre Goldgrube. Jetzt kam auch noch ein Grünspecht auf den Ansitzast geflogen. Das junge Tier schaut sich verdutzt eine ausgerissene Feder an, die er danach in den Schnabel nahm und nach unten warf. Eine tolle Szene, deren Anfang hier im Bild festgehalten wurde.

September 2017

Auf dem Kalenderblatt vom September 2017 ist ein Schwalbenschwanz (Papilio machaon) überdimensional groß mit voll entfalteten Flügeln abgebildet. Er gehört zu den schönsten und farbenprächtigsten Schmetterlingen in Europa. Aufgenommen wurde dieses ganz besondere Motiv in den Spanischen Pyrenäen. Der Schwalbenschwanz ist cremegelb und schwarz gemustert. Entlang der hinteren Flügel zieht sich eine blaue Binde, die sich aus dutzenden kleinen Pünktchen zusammensetzt. Mittig davon befindet sich ein sogenannter roter Augenfleck. An den Hinterflügeln stehen kurze, schwarze „Schwänzchen“ ab und erinnern somit an den Schwanz einer Rauchschwalbe. Seine schwarzen Fühler sind lang und fein mit kleinen Kolben an den Enden. Der Hintergrund des Bildes gestaltet sich in unterschiedlichen Khakitönen. Verwischt zu erkennen sind Pflanzen, die  rechts und links am Blattrand entlangranken.

September 2017 - Schwalbenschwanz

Anmerkung des Fotografen:

Der Schwalbenschwanz gehört zu den schönsten und auffälligsten und recht großen Schmetterlingen in Europa. Er mag es warm und trocken. Das Bild ist in Spanien entstanden. Es gibt ihn auch in Deutschland. Leider hat es hier bei uns noch nicht mit einem Foto geklappt.

August 2017

Das Motiv des Kalenderblattes vom August 2017 wurde in Sachsen-Anhalt aufgenommen. Es zeigt einen Neuntöter (Lanius collurio), welcher in der linken Bildhälfte auf der Spitze eines nach oben ragenden Astes sitzt. Sein Blick richtet sich vom Betrachter aus nach rechts, sodass er seitlich zu erkennen ist. Die Federn vom Oberkopf bis hin zum Nacken zeigen sich in einem hellen Blaugrau. Um seine dunklen Augen herum zieht sich eine schmale, schwarze Gesichtsmaske. Der kräftige, schwarze Schnabel hat einen ausgeprägten Haken. Die Deckfedern der Flügel sind rötlichbraun und gehen in Richtung Arm- und Handschwingen in einen dunkelbraunen Ton über. Der Schwanz ist schwarz-weiß. Die feinen Federn des Rumpfes sind cremefarben. Der gesamte Bildhintergrund stellt sich in einem harmonischen Laubgrün dar.

Kalenderblatt August 2017 - Neuntöter

Anmerkung des Fotografen:

Der Neuntöter – sein Name klingt spektakulär. Der kleine Vogel hat es auch faustdick hinter den Ohren. Er sieht aus wie ein Singvogel – er ist auch einer – fängt aber kleine Tiere bis hin zu kleinen Mäusen. Seine Beute spiest er auf Dornen oder dergleichen auf, um sie zu deponieren und später zu fressen. Neuntöter teilen sich ihr Revier mit dem Pirol, dem Wendehals und auch dem Bienenfresser. Aus dem Versteck heraus kann man ihn gut fotografieren..

Juli 2017

Das Motiv des Kalenderblattes vom Juli 2017 wurde in Sachsen-Anhalt aufgenommen. Es zeigt einen Pirol (Oriolus oriolus), welcher vom Betrachter aus auf der rechten Bildseite auf einem dünnen Ast, der von rechts unten bis zur Bildmitte ragt, sitzt. Neben ihm sind deutlich die Blätter eines Laubbaumes zu erkennen, die sich in einem frischen, kräftigen Grün zeigen. Der Pirol schaut mit seinem roten, spitz zulaufenden, weit geöffneten Schnabel zur linken Bildseite. Die Federn des Köpfchens zeigen sich in einem olivgelbgrünlichen Ton. Kehle-, Brust- und Bauchbereich sind weißgrau mit einer schwarzgrauen Strichelung gefärbt. Die Unterschwanzdecke sowie die Schwanzspitze zeigen sich in einem Gelbton. An der Farbe des Gefieders ist gut auszumachen, dass es sich um ein Pirol-Weibchen handelt. Die linke Bildhälfte gestaltet sich in verwischten Grün- und Weißtönen, die an aufsteigende Seifenblasen erinnern.

Kalenderblatt Juli 2017 - Pirol

Anmerkung des Fotografen:

Der Pirol gehört zu den sehr schwer zu fotografierenden Motiven. Er macht sich zwar durch ganz typische Rufe bemerkbar, ist aber sehr scheu und brütet meist sehr hoch in großen Bäumen. Ganz selten begibt er sich einmal auf die Augenhöhe des Fotografen. Das Weibchen auf dem Bild saß genau vor meinem Versteck bei den Bienenfressern.

Juni 2017

Das Motiv des Kalenderblattes vom Juni 2017 wurde im BFW Halle (Saale) aufgenommen.

Es zeigt eine Waldohreule (Asio otus), die auf einem Ast inmitten eines Lindenbaumes sitzt, welcher sich quer von der linken zur rechten Bildseite zieht. Man hat den Eindruck, dass sie ihren Betrachter direkt mit ihren orangegelben Augen neugierig anschaut. Ihr Gefieder zeigt sich in einer rindenähnlichen Marmorierung, welche zum Bauch hin in ein Rostgelb mit kräftigen dunklen Längsstreifen und einer feinen Querbänderung ausläuft. Gut zu erkennen sind die großen, steil aufgerichteten Federohren. Der Bildhintergrund ist teilweise in einer gelblich-grünen Unschärfe gehalten. Über das gesamte Bild sind die satten grünen Blätter der Linde verteilt.

Kalenderblatt Juni 2017 - Waldohreule

Anmerkung des Fotografen:

Eulen gehören zu den typischen Kulturfolgern. Das bedeutet, dass sie sich urbane Strukturen zunutze machen – z. B. um zu brüten. So auch diese Waldohreule, die praktisch vor meinem Bürofenster posierte. Wahrscheinlich wusste sie genau, dass sie dann fotografiert wird und in den Kalender kommt. Für mich als Tierfotografen sozusagen eine leichte Beute.

Mai 2017

Das Kalenderblatt vom Mai 2017 wurde in Sachsen-Anhalt aufgenommen. Es zeigt einen Bienenfresser (Merops apiaster) und einen Wendehals (Jynx torquilla).

Vom Betrachter aus gabelt sich ein Ast von der rechten unteren bis zur linken oberen Bildseite. Auf der linken Spitze des Astes sitzt ein  Bienenfresser mit weit ausgebreiteten Schwingen. Der auffallend bunte Vogel mit seinem türkisen Brust- und Bauchbereich mutet wie ein Exot an. Sein Kinnbereich ist gelb mit einer schmalen schwarzen Umrandung. Auch im Augenbereich findet sich ein schwarzer Streif. Die Federn des Oberkopfes sind rostbraun. Der schwarze Schnabel ist lang und leicht gebogen. Auf der rechten Astgabel sitzt ein Wendehals, er richtet seinen Blick nach links zum Bienenfresser. Der kleine Vogel hat rindenfarbenes, graubraunes Gefieder, einen kurzen grauen, spitzen Schnabel und einen graubraunen Schwanz mit drei dunkelbraunen Querbinden. Der Hintergrund des Bildes stellt sich in einer Unschärfe dar, die über dunkelgrüne bis hin zu helleren Grüntönen übergeht.

Kalenderblatt Mai 2017 - Bienenfresser und Wendehals

Anmerkung des Fotografen:

Beide Vögel – Bienenfresser und Wendehals – gehören sicher nicht zu den ganz alltäglichen Vögeln in Deutschland. Sie beide gleichzeitig auf einem Ast zu fotografieren ist ein besonderes Highlight. Ich hatte im Frühjahr diesen Ast eigentlich für die Bienenfresser aufgestellt. Ich ahnte nicht, dass in der Bienenfresserkolonie ebenfalls ein Wendehals brütet. So ergab es sich, dass sie öfter gemeinsam diesen Ast als Sitzwarte benutzten.

Ihre Ansprechpartnerin:

Elke Busching

Kontakt- und Clearingstelle
Elke Busching

Tel.: 0345 1334-666

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