Bildbeschreibungen der Kalenderblätter

Viele Partner des BFW Halle kennen inzwischen unseren alljährlichen Monatskalender mit wildlife Naturbildern. Neben den großflächigen Tierbildern, zeigt jedes Kalenderblatt das Motiv zusätzlich aus der Sicht einer speziellen Sehbeeinträchtigung.

Um auch blinden Menschen den Bildinhalt zugänglich zu machen, werden wir die jeweiligen Motive inklusive einer Bildbeschreibung und Anmerkungen des Fotografen veröffentlichen. Zukünftig finden Sie hier jeden Monat eine neue Bildbeschreibung, die auch für sehende Gäste einige spannende Details beinhalten.

Oktober 2019

Auf dem Kalenderblatt vom Oktober 2019 ist ein Rotmilan (Milvus milvus) zu sehen. Er sitzt auf der oberen Spitze eines Steins, umgeben von grünem, hohem Gras. Der Betrachter sieht den Vogel von seitlich-hinten, den Kopf hat der Milan nach links gedreht, so dass er den Betrachter fast ansieht. Der Kopf ist hellgrau bis hellbraun gefiedert, die Iris ist hellbraun. Der kräftige Schnabel ist an der Basis gelb und wird schwarz, wo er nach unten gebogen ist. Die Gefiederfarbe am Körper reicht von weiß über verschiedene Brauntöne bis schwarz. Er hat einen langen gegabelten Schwanz. Die kurzen Beine sind gelb, die Krallen schwarz.

Kalenderblatt Oktober 2019 - Rotmilan

Anmerkungen des Fotografen:

Rotmilane kommen im Flug dem Menschen oft recht nahe. Sie kreisen über Gärten und Wohngebieten auf der Suche nach Essbaren. Trotzdem sind sie sehr scheu und würden sich ohne Not niemals in Menschennähe hinsetzen. Um dieses Bild zu machen bedarf es einer sehr guten Vorbereitung und Tarnung. Die geringste Objektivbewegung würde den Vogel verjagen und tagelang nicht mehr an diesen Ort zurückkommen lassen.

September 2019

Das Kalenderblatt von September 2019 zeigt eine Wasseramsel (Cinclus cinclus). Der Betrachter sieht das Tier auf einem hellgrünen Moosbett stehend von vorne, der Kopf ist zum linken Bildrand gedreht. Der Körper wirkt rundlich und ist überwiegend braun. Auffällig ist der weiße Brustlatz, der von der Kehle bis zur Brust reicht.  Die Iris ist dunkelbraun und hebt sich kaum von den umliegenden Federn ab. Die Füße und Zehen sind schwarz. Im ebenso schwarzen Schnabel hält sie zwei Wasserinsekten, vermutlich Schnaken.

Kalenderblatt September 2019 - Wasseramsel

Anmerkungen des Fotografen:

Die Wasseramsel ist schon ein ganz besonderer Vogel. Obwohl sie eigentlich ein Singvogel ist springt sie mutig ins tosende Wasser, um am Boden nach Insekten zu suchen. Danach verharrt sie meistens kurz auf einem Stein – die Gelegenheit für den Fotografen. Auf welchem der meist vielen Steinen sie aber zur Ruhe kommt weiß man vorher nicht. Es gehört also immer etwas Glück und viel Ausdauer dazu, den Vogel möglichst nahe vor die Linse zu bekommen. Zu meiner Freude hatte diese Wasseramsel schon sehr viele Insekten gesammelt, um sie an die Jungen zu verfüttern. Zu sehen ist die Wasseramsel in Gebirgsflüssen in ganz Europa.

August 2019

Im August 2019 zeigt das Kalenderblatt einen Polarfuchs (Vulpes lagopus), der aus der oberen, rechten Bildhälfte auf den Betrachter zuzulaufen scheint. Seine linke Vorderpfote ist für den nächsten Schritt nach vorn gestreckt. Dort trifft er auf karge, große Steine. Das Fell des Polarfuchses ist weiß bis hellgrau, von seinem Körper größtenteils verdeckt, ist sein buschiger, weißer Schwanz zu erkennen. Er blickt mit seinen hellbraunen Augen in den vorderen, linken Bildausschnitt, seine Ohren sind aufgerichtet. Das Bild wurde im Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark in Norwegen aufgenommen.

Kalenderblatt August 2019 - Polarfuchs

Anmerkungen des Fotografen:

Polarfüchse sind auf dem Europäischen Festland nicht oft anzutreffen. Es gibt aber einige Gebiete in Skandinavien, wo man sie mit etwas Glück findet. Die tiefstehende Nachtsonne zur Mittsommernacht gibt dem Bild das gewisse Etwas. Ich beobachtete den Polarfuchs und ahnte, wo er hinter den Steinen hervorkommen würde. Mit der Kamera hatte ich den Bereich schon anvisiert und der Fuchs tat mir den Gefallen.

Juli 2019

Das Motiv des Kalenderblattes vom Juli 2019 zeigt 2 Sperbereulen (Surnia ulula). Sie sitzen im Astwerk eines Baumes auf moosbewachsenen Zweigen, ihre Körper sind einander zugewandt. Die vom Betrachter aus linke Eule zeigt ihren Rücken in die Kamera und hat ihren Kopf um 180 Grad nach hinten gedreht, so dass der kurz gebogene, hellgelbe Schnabel über ihrem Rücken ist. Ihr Blick geht aus dem linken Bildrand heraus. Die vom Betrachter aus rechte Eule zeigt ihre linke Körperhälfte und schaut den Betrachter mit ihren leuchtend gelben Augen direkt an. Beide haben einen hellen Gesichtsschleier, der braunschwarz umrahmt ist. Das Rückengefieder ist bräunlich mit weißen Flecken.

Kalenderblatt Juli 2019 - Sperbereulen

Anmerkungen des Fotografen:

Bevor ich die jungen Sperbereulen gesehen habe, habe ich sie gehört. Ein deutliches Zischen machte mich neugierig. Es hat nicht lange gedauert und ich hatte drei Jungtiere entdeckt, die auf niedrigen Ästen verharrten. Ein Geschenk für einen Naturfotografen, für welches ich allerdings auch etwas Lehrgeld bezahlen sollte. Einer der Altvögel flog mir von hinten mit Fullspeed vor den Kopf, was so viel hieß wie: „Bis hierher und nicht weiter!“ Die ausgeprägten Krallen der Vögel mit denen sie Tiere bis zur Größe eines Moorhuhns schlagen waren Warnung genug – ich zog mich vorsichtshalber zurück.

Juni 2019

Das Kalenderblatt vom Juni 2019 zeigt einen Alpenstrandläufer (Calidris alpina). Der Vogel befindet sich in der Bildmitte und zeigt sein linkes Profil. Er steht mit beiden Beinen aufrecht im kurzen Gras, der Hintergrund ist stark verschwommen. Der lange, dünne Schnabel ist länger als sein Kopf und wie die Iris schwarz. Sein Federkleid ist graubraun und reicht am Scheitel und den Flügelseiten bis ins orange-bräunliche. Gesicht, Hals und Brust sind dagegen überwiegend weiß und braun.

Kalenderblatt Juni 2019 - Alpenstrandläufer

Anmerkungen des Fotografen:

In Deutschland kennen wir den Alpenstrandläufer zur Zugzeit meist in seinem Schlichtkleid. Ganz anders präsentiert er sich aber zur Brutzeit im sogenannten Prachtkleid. Auf einmal wird aus einem unscheinbaren recht farblosen Vöglein eine richtige Schönheit. In den menschenarmen Gebieten der Hardangervidda in Norwegen zeigen die Tiere eine wesentlich geringere Scheu. Auf dem Bauch liegend konnte ich mich dem Vogel bis auf wenige Meter nähern und einige schöne Bilder machen.

Mai 2019

Auf dem Kalenderblatt vom Mai 2019 präsentiert sich eine Waldohreule (Asio otus). Die Fotografie entstand im BFW Halle. Das Tier sitzt auf einem grauen Ast mit sichtbarer Rindenstruktur, der horizontal durch die untere Bildfläche verläuft und etwa so dick ist wie der Körper der Eule. Der Eulenkörper ist vom Betrachter aus leicht nach links gedreht, der Kopf und vor allem die orangegelb leuchtenden Augen scheinen den Betrachter hingegen direkt zu fixieren. Die kranzförmige Einfassung des Gesichts, Gesichtsschleier genannt,  ist weiß mit einem schwarzen Innen- und Außenrand. Das Gefieder ist auf hellbraunem Grund schwarzbraun gestrichelt und gefleckt. Den Hintergrund füllt das verschwommene, hellgrüne bis dunkelgrüne Blätterdach des Baumes, in dem die Waldohreule sitzt.

Kalenderblatt Mai 2019 - Waldohreule

Anmerkungen des Fotografen:

Junge Eulen sind immer etwas Besonderes. Die Waldohreulen brüten jedes Jahr direkt auf dem BFW – Gelände. Wenn dann die Zeit kommt, wo sie noch nicht wirklich gut fliegen können aber schon gerne mal auf den Ästen herumwandern, habe ich die Kamera immer im Gepäck. Oft sind sie zu hoch in den Bäumen oder verdeckt von Laub und Ästen. Ab und zu zeigen sie sich aber auch ganz frei in voller Schönheit – genau der Moment auf den ich warte.

April 2019

Auf dem Kalenderblatt vom April 2019 schaut ein Rotfuchs (Vulpes vulpes) den Betrachter in Nahaufnahme direkt mit seinen bernsteinfarbenen, offenen Augen an. Der nach rechts gedrehte Kopf und ein Teil seines Hals-Brust-Bereiches nehmen das gesamte Bild ein. Das Fell ist oberseits hell rotbraun, unterseits weiß. Die Kopfform ist eher schmal und läuft spitz zur geschlossenen Schnauze zu, seine Ohren sind aufgerichtet. Der Hintergrund ist unscharf hell- bis dunkelgrün im oberen Teil und bräunlich im unteren Teil des Bildes.

Kalenderblatt April 2019 - Rotfuchs

Anmerkungen des Fotografen:

Junge Füchse sind wirklich ein dankbares Fotomotiv. Dieser hier war wesentlich neugieriger als seine Geschwister und kam mir sehr nahe, biss sogar in den Tarnstoff, den ich um das Objektiv gelegt hatte und zog daran. Auf jeden Fall hat er mit seiner Furchtlosigkeit bis in den Kalender geschafft.

März 2019

Das Kalenderblatt vom März 2019 zeigt einen Stieglitz (Carduelis carduelis). Der Vogel befindet sich im Bild in der Mitte des oberen Drittels und zeigt ihn im scheinbaren Landeanflug auf eine von drei ausgetrockneten Distelköpfen, welche die unteren zwei Drittel des Bildes einnehmen. Seine rechte Kralle hat er bereits um einige der spitzen Stacheln gefasst, welche die gesamte Pflanze umgeben.  Die ausgedörrten Pflanzen mit ihrer spitzen Oberfläche und blass grau-bräunlichen Farbe bieten einen krassen Kontrast zu dem farbenfrohen Stieglitz mit seinem weichen Gefieder. Der eintönig hell-beige Hintergrund lässt das feuerrote Gesicht noch intensiver wirken. Die im Flug voll ausgebreiteten Flügel sind schwarz mit einem leuchtend gelben Mittelstreifen.

Kalenderblatt März 2019 - Stieglitz

Anmerkungen des Fotografen:

Auch der Stieglitz war ein Gast an der Winterfütterung. Die Disteln passen natürlich perfekt zu diesem Vogel, denn er wird auch Distelfink genannt. Eine kleine Gruppe der bunten Vögel ließ sich fast jeden Tag an der Fütterung sehen und ermöglichte mir jede Menge Fotos.

Februar 2019

Das Motiv des Kalenderblattes vom Februar 2019 zeigt das linke Profil eines Mittelspechts (Leiopicus medius), der sich bäuchlings an einen Baumstamm klammert, welcher senkrecht mittig durch das Bild verläuft. Sein Blick ist konzentriert auf die vom Betrachter aus linke Seite des Bildes gerichtet. Sein kurzer, gerader, grauer Schnabel ist nur wenige Millimeter vom Baumstamm entfernt. Er hat ein schwarz-weiß gefärbtes, teils getupftes Gefieder, welches hier eng am Körper anliegt. Im hellgrauen Gesicht sticht besonders der ziegelrote Scheitel hervor. Auch der Bauch weist eine zunächst nur blassrosa, am Ende deutlich rote Färbung des Gefieders auf. Der Hintergrund des Bildes ist in verwischten hellbraunen und teils weißlichen Tönen gehalten.

Kalenderblatt Februar 2019 - Mittelspecht

Anmerkungen des Fotografen:

Mit dem Mittelspecht hätte ich an der Winterfütterung nicht unbedingt gerechnet. Er zählt zu den sehr seltenen Arten in Deutschland. Das Stämmchen hatte ich mit einem Gemisch aus Fett, Haferflocken und Körnern eingestrichen. Das schien dem Mittelspecht sehrt gut zu gefallen – na und mir natürlich auch, zumal er sich als regelmäßiger Gast einstellte.

Januar 2019

Das Motiv des Kalenderblattes vom Januar 2019 zeigt einen Mäusebussard (Buteo buteo), der gerade im Anflug auf eine Schneewehe, die sich am rechten unteren Bildrand befindet, ist. Seine senkrecht nach oben gefächerten Flügel sind weiß und zu den Spitzen hin braun. Der relativ kurze, abgerundete Schwanz zeigt sich weiß-braun eng gebändert. Die Gefiederfärbung am Kopf variiert über ein Weiß bis hin zu einem Dunkelbraun. Der hakenförmige schwarze Schnabel geht in Richtung Kopf in einen gelblichen Farbton über. Gut zu erkennen ist auch die gelblichgraue Iris. Die Füße des Mäusebussards sind gelb mit langen gebogenen hornfarbenen Krallen. Der Hintergrund des Bildes ist in verwischten hellbraunen und teils weißlichen Tönen gehalten.

Kalenderblatt Januar 2019 - Mäusebussard

Anmerkungen des Fotografen:

Die Schwierigkeiten für Greifvögel im Winter an Nahrung zu gelangen machte ich mir bei diesem Bild zunutze. Ich platzierte einen Köder an dem verschneiten Stein. Jetzt heißt es Warten und im richtigen Moment hellwach zu sein. Für solche Szenen bedarf es extrem kurzer Verschlusszeiten, um den Vogel trotz seiner schnellen Bewegung scharf abzubilden.

Dezember 2018

Auf dem Kalenderblatt vom Dezember 2018 präsentiert sich ein Graureiher (Ardea cinerea), der  vom Betrachter aus den Blick zur rechten Bildseite richtet. Er steht auf einem seiner langen schwarz gemusterten Beine inmitten einer Schneelandschaft, die zum oberen Bildrand hin in verwischte gräuliche Töne übergeht. Der lange gelblich-bräunliche Schnabel des Reihers ist dolchartig geformt. Auf seinem Kopf trägt er schwarze  Schopffedern, die zu einem Federbüschel  geformt sind. Stirn und Oberkopf zeigen sich in einem weißen Farbton, der Hals in einem Grauweiß mit einer schwarz-weißen Fleckenreihe. Der Brustbereich hat  lange Konturfedern, auch Puderfedern genannt.  Der teilweise zu erkennende Rücken zeigt sich in einem aschgrau mit weißen Bändern. Man scheint jede einzelne seiner silbergrauen Federn des  Flügels zu erkennen.

Kalenderblatt Dezember 2018 - Graureiher

Anmerkungen des Fotografen:

Graureiher sind im Sommer sehr wachsam und scheu. Im Winter herrscht aber meist eine gewisse Hungersnot. Das kann man sich als Fotograf zunutze machen indem man etwas Fisch auf dem Eis auslegt und dem großen Vogel damit noch etwas Gutes tut. Er dankt es, indem er solche Fotos zulässt. Das Besondere an dem Bild ist die sehr tiefe Kameraperspektive. Ich lag dafür mehrere Stunden flach auf dem Bauch auf einem zugefrorenen See.

November 2018

Das Kalenderblatt vom November 2018 zeigt einen Moschusochsen (Ovibos moschatus) inmitten einer Graslandschaft, der mit seiner stämmigen Gestalt fast das gesamte Bild einnimmt. Er scheint mit seinen großen Pupillen den Betrachter direkt anzuschauen. An seinem mächtigen Kopf  befinden sich in Höhe der Augen kräftig ausgebildete Hörner mit nach oben gebogenen Spitzen. Auffällig ist der ausgeprägte  Buckel über der Schulter. Sein langes, dichtes Fell schimmert im Licht in schwarzbraunen Farbnuancen.

Kalenderblatt November 2018 - Moschusochsen

Anmerkungen des Fotografen:

Viele Menschen glauben, dass es besonders gefährlich sei einen Bären zu fotografieren, dabei gehören die Moschusochsen zu den wirklich gefährlichen Motiven in Europa. Einige von ihnen leben in ausgedehnten Fjellgebieten in Norwegen. Da kann es schon einmal einen Tagesmarsch mit kompletter Fotoausrüstung bedeuten, um eine kleine Gruppe von ihnen vor die Linse zu bekommen. Eigentlich sollte man sich nicht unter 200m den wilden Tiere nähern – zu weit für wirklich gute Fotos. Mit etwas Erfahrung und Mut (andere nennen es Dummheit) kommt man aber durchaus in gute Fotoentfernung. Wichtig ist dabei, die Tiere genau zu beobachten und nicht zu verängstigen. Langsame Bewegungen in geduckter Körperhaltung sind da angebracht.

Oktober 2018

Auf dem Kalenderblatt vom Oktober 2018 ist ein Wiedehopf (Upupa epops) zu sehen, welcher gerade im Anflug auf einen sich quer durch das Bild ziehenden Ast ist. Dabei sind die gespreizten schwarz-weiß gebänderten Flügel  gut zu erkennen. Die Federn von Kopf, Hals, Brust und Bauch zeigen sich in einem rosabraunen Ton. Seine fächerartige hellbraune Federhaube endet in schwarzen Spitzen. In seinem dünnen, relativ lang wirkenden, nach unten gebogenen Schnabel trägt er ein raupenartiges Insekt zur Nahrung. Der Hintergrund des  teilweise von der Sonne durchfluteten  Bildes zeigt sich in verwischten Gelb- und Grüntönen bis hin zu einigen schwarzen Einschlüssen.

Kalenderblatt Oktober 2018 - Wiedehopf

Anmerkungen des Fotografen:

Einer meiner Lieblingsvögel – der Wiedehopf. Wenn man die Bruthöhle findet, ist die Fotografie aus dem Versteck heraus kein Problem. Wichtig ist, die Tiere nicht zu stören, denn sie füttern im Akkord ihre Jungen. Da wäre es fatal, wenn diese nur eines Fotos wegen leiden müssten. Hier sorge ich mit einem „Zwischenlandeplatz“ für eine kleine Hilfe für die Altvögel, die sie sehr gern annehmen. So entsteht eine Win-Win-Situation zwischen Fotografen und Vogel.

September 2018

Das Kalenderblatt vom September 2018 zeigt einen Feuersalamander (Salamandra salamandra), der auf einem dunklen, großen, mit Wasser benetzten Stein sitzt.  Man hat den Eindruck, der Salamander beobachtet sein Gegenüber mit seinen großen schwarzen „Glubschaugen“, die auf seinem breiten Kopf sitzen. Gut zu erkennen sind auch seine Vordergliedmaßen, mit denen er sich auf dem Stein abstützt. Seine auffällig schwarze, lackartig glänzende Haut ist durch große, leuchtend gelbe Flecken gekennzeichnet. Der Hintergrund des Bildes gestaltet sich in verschiedenen verwischten Grüntönen, die eine Wiese vermuten lassen.

Kalenderblatt September 2018 - Feuersalamander

Anmerkungen des Fotografen:

Um Feuersalamander zu fotografieren bedarf es guter Kenntnisse über das Verhalten der Tiere. Speziell ist es gut zu wissen, wann sie ihre Verstecke verlassen. Die Salamander sind zwar nicht so schnell wie eine Eidechse, grabbeln aber ständig herum und versuchen sich aus dem Bild zu stehlen. Als Fotograf liegt dann meisten flach auf dem Boden und versucht das Tierchen irgendwie im Sucher der Kamera zu platzieren, um ein gutes Bild zu schießen.

August 2018

Das Kalenderblatt vom August 2018 zeigt einen Eisvogel (Alcedo atthis). Er sitzt auf einem senkrecht bis zur Bildmitte ragenden Ast. Vom Betrachter aus schaut der kleine Vogel zur rechten Bildseite. Er senkt seinen im Vergleich zum Körper relativ großen Kopf mit den türkisfarbenen Federn und dem schwarzen langen, spitzen Schnabel nach unten. Wahrscheinlich hat er Beute im Visier, auf die er sich gleich stürzen will. Die Ohrdecken des  Eisvogels zeigen sich in einem Rostrot, die in scharf angrenzende weiße Halsseitenflecken und einen türkisen Bartstreif übergehen. Sein Körper ist klein und gedrungen. Die Flügeldecken und die sehr kurzen Schwanzfedern leuchten in einem Türkisblau. Die Federn am Bauch bis hin zur unteren Schwanzspitze sind rostrot. Aufgrund seines tropisch leuchtenden Gefieders wird der Eisvogel auch „fliegender Edelstein“ genannt. Der Hintergrund des Bildes gestaltet sich in einem zarten Lindgrün.

Kalenderblatt August 2018

Anmerkungen des Fotografen:

Es ist immer wieder eine Freude diese kleinen fliegenden Edelsteine vor die Linse zu bekommen. Wenn man ihren Ansitzast einmal aufgespürt hat sind die Chancen auf gute Bilder recht hoch. Natürlich bedarf es auch hier einer guten Tarnung, denn scheu sind sie schon die bunten Vögelchen.

Juli 2018

Das Motiv des Kalenderblattes vom Juli 2018 zeigt einen Wespenbussard (Pernis apivorus), welcher mit seinen nicht befiederten gelben Füßen und den langen schwarzen  Krallen auf einem leicht diagonal von der rechten zur linken Bildhälfte ragenden  Ast sitzt. Der Bussard schaut vom Betrachter aus zur linken Bildseite, sodass nur ein Auge mit der leuchtend gelben Iris zu erkennen ist.  In seinem schwarzen, leicht gekrümmten, relativ langen, schmalen Schnabel  hält er ein wabenförmiges Wespennest. Der Oberkopf des Bussards ist blau-grau gefärbt.  Das übrige Federkleid zeigt sich auf weißem Grund braun bis beigebraun quergebändert. Der Wespenbussard nimmt in seiner Größe fast das gesamte Kalenderblatt ein. Im Vordergrund des Bildes ragen einige Gräser empor. Der Hintergrund gestaltet sich in verschiedenen verwischten hellen Grüntönen.

Kalenderblatt Juli 2018

Anmerkungen des Fotografen:

Ein Zufallstreffer und für den Fotografen so selten wie ein 5er im Lotto. Der seltene Wespenbussard ganz nahe vor der Kamera und dann auch noch mit einer Wespenwabe im Schnabel. Viel besser kann man es nicht treffen. Ein Bild mit dem ich bei diesem Ansitz gar nicht gerechnet hätte- Eigentlich hatte ich Wiedehopffotos im Sinn.

Juni 2018

Das Kalenderblatt vom Juni 2018 zeigt einen Grünspecht (Picus viridis), der sich mit seinen bleigrauen Füßen und den gebogenen, spitzen Krallen an einem senkrecht durch die Bildmitte ragenden Dornenast festkrallt. Dabei schaut er fast ein bisschen ängstlich. An seinem Oberköpfchen sind rote, zerzauste Federchen, die von grauen Flecken durchsetzt sind, zu erkennen. Vom Betrachter aus schaut der junge Specht zur rechten Bildseite, sodass dadurch nur eines der bläulich-weißen Augen zu sehen ist, um welches sich eine kleine schwarze Gesichtsmaske zieht. Der Schnabel wirkt relativ lang und spitz. Die Federn im Brustbereich sind cremefarben, die Rückenpartie gelblich grün. Die Schwanzfedern lassen auf gräulichem Grund eine schwarze  Bänderung erkennen. Der Hintergrund des Bildes ist in warmen Grüntönen gehalten.

Kalenderblatt Juni 2018

Anmerkungen des Fotografen:

Es ist gar nicht leicht den Grünspecht an so eine Sitzwarte so nahe vor die Kamera zu locken. Hier hat es wunderbar funktioniert. Der Vogel saß vielleicht 10 Sekunden dort – Zeit genug eine ganze Bilderserie zu schießen. Besonders stolz bin ich auf dieses Bild, weil es in einem der größten Europäischen Fotowettbewerbe, den Glanzlichtern, einen Preis bekommen hat.

Mai 2018

Das Motiv des Kalenderblattes vom Mai 2018 zeigt einen Bienenfresser (Merops apiaster). Der durch seine Farbenpracht exotisch anmutende Vogel sitzt auf einem vom Betrachter aus diagonal von der rechten unteren bis fast zur Mitte der linken Bildhälfte verlaufenden Ast, an welchem viele gelb-braune Körner haften. Brust- und Bauchbereich des Bienenfressers sind türkisfarben. Der Kinnbereich ist gelb mit einer schmalen schwarzen Umrandung. Auch im Augenbereich findet sich ein schwarzer Streif. Die Federn am Oberkopf zeigen sich rostbraun. Er hat seinen spitzen, schwarzen Schnabel weit geöffnet, um eine Biene, die scheinbar direkt auf ihn zufliegt, zu fangen. Der Hintergrund des Bildes ist in einem Moosgrün gehalten.

Kalenderblatt Mai 2018

Anmerkungen des Fotografen:

Bienenfresser gibt es in Mitteldeutschland inzwischen relativ häufig. Insofern ist es nicht allzu schwer ihn zu fotografieren. Die besondere Herausforderung ist es, im richtigen Moment auszulösen – nämlich dann, wenn der Bienenfresser irgendeine möglichst spektakuläre Situation erzeugt. In dem Bild hier sind gleich zwei Dinge besonders: Er wirft das Insekt nach oben in die Luft, um es im Schnabel zu drehen und es ist nicht irgendein Insekt, es ist eine Hornisse! In vielen Jahren Bienenfresserfotografie und buchstäblich tausenden Bildern, habe ich das zum ersten Mal gesehen.

April 2018

Das Motiv des Kalenderblattes vom April 2018 zeigt zwei Blauracken bei der Paarung (Coracias garrulus). Das Vogelweibchen sitzt auf einem Ast, der sich quer durch den unteren Teil des Bildes zieht. In ihrem schwarzen gehakten Schnabel trägt sie ein Insekt. Auf ihrem Rücken mit den zimtfarbenen Federn sitzt das Vogelmännchen mit senkrecht nach oben gefächerten Flügeln, die sich in einer wunderschönen Farbenvielfalt aus türkis, violett und teilweise purpurn schimmernden Arm- und Handschwingen, von denen  jede einzelne Feder deutlich zu erkennen  ist, zeigen. Der Hintergrund des Bildes gestaltet sich in einem ockerfarbenen Ton.

Kalenderblatt April 2018

Anmerkungen des Fotografen:

Die Blauracke ist in Deutschland leider nicht mehr anzutreffen. Um sie zu fotografieren fährt man am besten in den Süden Europas. Dieses Paar wurde in Serbien aufgenommen. Das Versteck befand sich in etwa 5 m Höhe in unmittelbarer Nähe des Nistplatzes. Hier sind die schwierigen Lichtbedingungen die eigentliche Herausforderung für den Fotografen, denn viel Licht ist nicht immer gut. Das Foto entstand in den Morgenstunden – zwei Stunden später ist das Licht so hart, dass man als Fotograf getrost ein Mittagschläfchen machen kann.

März 2018

Das Kalenderblatt vom März 2018 zeigt einen Turmfalken (Falco tinnunculus), der gerade mit seiner Gefiederpflege beschäftigt ist. Das Turmfalkenweibchen, das man gut an seinen einheitlich rotbraunen und dunkel quergebänderten Federn sowie dem dunkelbraun gestrichelten Kopf erkennt, zieht im Moment der Aufnahme seinen vom Betrachter aus gesehenen linken Flügel zu sich heran und ordnet mit seinem gebogenen Schnabel die Federn. Der lange Schwanz zeigt ebenfalls Querstreifen mit einer dunklen Endbinde. Der Turmfalke sitzt auf einem diagonal durch das Kalenderblatt verlaufenden Ast, welcher teilweise von der Sonne durchflutet wird. Der Hintergrund des Bildes ist in einem warmen Grünton gehalten.

Kalenderblatt März 2018

Anmerkungen des Fotografen:

Der Turmfalke ist einer unserer kleinsten Falken. Meist sieht man ihn im sogenannten Rüttelflug über dem Boden schwebend. Um ihn so entspannt bei der Gefiederpflege aus der Nähe zu fotografieren bedarf es einer sehr guten Tarnung und i.d.R. langer Ansitzzeiten.

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